Scheewanderung auf Gemmipass vom 06. März 2010


Eine abenteuerliche Winterwanderung
Statt einem sonnigen Wintertag erwartete uns bei unserer Schneewanderung am 6.März eine eiskalte, heftige Bise mit stürmischen Schneefall! Von einer perfekt markierte Route sahen wir weit und breit nichts und wir sanken zum Teil recht tief in den Schnee ein. Laut allerletztem Wetterbericht im TXT am gleichen Morgen sollte es morgens nur leicht schneien, dann aufhellen und erst am späteren Nachmittag wieder Schneefall geben. Voller Hoffnung, dass die Wetterfee recht behält, fuhren wir (12 Personen) mit der Bahn via Visp nach Leuk und von da mit dem Bus ins Leukerbad. Nach dem steilen Aufstieg mit der Gemmibahn zur Bergstation begaben wir uns zuerst ins neue Restaurant, um uns etwas zu stärken, bevor wir los marschierten. Doch der Blick zum Fenster raus besagte nichts Gutes: es schneite und windete wie verrückt! Noch böser überrascht wurden wir, als wir zur Tür raus kamen und der Wind uns fast zu Boden stiess. Einige wollten gleich wieder zurück, andere waren noch unsicher - es hätte ja auch etwas milder werden können, da ja Aufhellung vorausgesagt wurde. Die beiden Beats (Spahni und Ledermann) liefen mal zur Inspektion voraus und als sie zurück kamen, meinten sie, es sollte gehen, denn unten im Tal sei der Wind weniger stark. Also liefen oder besser gesagt stampften wir im Gänsemarsch mal den Hang runter. Der Weg war verweht und der Blick nach vorn ziemlich trüb. Ich glaube, wir waren noch keinen ½ km unterwegs, da kam uns ein Päärchen entgegen und meldete uns, dass der Weg zum Daubensee und Schwarenbach gesperrt sei und wir umkehren müssten. Ohjee... auch das noch... also machten wir alle rechtsumkehrt... aber wo waren unsere Spuren? Binnen Minuten sind sie vom Schneefall und Wind verweht worden! Und jetzt? Wo war das Restaurant? Wir sahen weit und breit überhaupt kein Haus mehr... wir baten das Päärchen, uns behilflich zu sein und erklärten ihnen auch, dass einige von uns mit dem Gleichgewicht Probleme haben und deshalb nur langsam vorwärts kommen. Es waren ganz liebe, nette, junge und geduldige Leute! Wir alle waren sehr froh über diese Begegnung! Ohne diese Begegnung wären wir vielleicht weiter gelaufen und hätten den Weg zurück oder weiter nach Schwarenbach gar nicht gefunden. Daran dürfen wir gar nicht mehr denken!

Also liefen und stampften wir wieder den Hang hinauf. Vorallem drei unserer Männer hatten grosse Mühe und wurden immer mehr erschöpft. Mit allen Kräften, die noch vorhanden waren, ging es dennoch langsam dem Ziel entgegen. Jeder der konnte half jeden zu unterstützen und auch moralisch guten Mut zuzusprechen. Bis ca. 300m vor dem Restaurant (das wir etwas oberhalb unserer momentanen Standort gespenstisch vor uns sahen) war es aus mit weiterlaufen. Denn der Hang war zu steil und unsere Leute zu erschöpft. Das hörende Päärchen lief mit Beat Spahni allein zum Restaurant, um Hilfe zu holen. Wir anderen warteten an einer etwas vom Wind geschütztem Hauswand, froren und schlotterten. Brrrrr.... das Warten fühlte sich lange an... aber dem war nicht so: innert ca. 10-15 Min. sahen wir etwas auf uns zu kommen. Juhiii ... Hilfe naht! Eine Pistenraupe donnerte zu uns runter, um uns abzuholen. Drei Männer konnten vorne ins Cockpit einsteigen, fünf Personen stiegen hinten auf eine Ablage (wohl für Materialtransport gedacht) und mussten sich an einer Querstange festhalten und kniend die Fahrt hinauf durchhalten. Die restlichen Vier liefen zu Fuss hinter her. Puhhh...geschafft! Sofort begaben wir uns wieder ins Restaurant und wärmten uns, nachdem wir ca. 2 ½ Stunden in der Kälte waren, mit heisser Suppe und Getränken auf. Susanne Spahni spendete uns die Getränke, da sie am kommenden Dienstag, dem 9.März Geburtstag hat.

Vorallem drei Spezialisten von Männern haben sich nicht richtig angezogen: z.T. keine Handschuhe, keine Kappe und keine Kapuze oder Halstuch. Einige von uns waren an den Beinen durchnässt, da sie Jeanshosen trugen und froren. Auch wenn man bei einer Schneewanderung schönes Wetter oder präparierte Wege erwartet, sollte man sich dennoch genügend warm anziehen. Man kann sich ja bei Bedarf immer noch ausziehen.

Nun, Ende gut - alles gut! Niemand machte den Leitern vom GVB Vorwürfe, diese Wanderung trotzdem durchgeführt zu haben. Niemand schimpfte darüber. Niemand konnte etwas dafür, nur die Wetterfee hat uns arg im Stich gelassen und enttäuscht! Wir sind alle froh und dankbar gewesen, dass nichts Schlimmes passiert ist und wir trotz allem gute Laune behalten haben. Kurt Vogt spendierte uns allen sogar je ein Getränk, weil er froh war, dieses Abenteuer überlebt zu haben, dank den vielen Helfenden! Auch die andern haben sich überglücklich bedankt! Und zu guter Letzt: auf dem Heimweg schien sogar noch die Sonne! :-)

Wir danken dem GVB für den zwar nicht perfekten aber dafür abenteuerlichen Tag. ;-)

Foto: Beat Ledermann und Beat Spahni Bericht: Yvonne Zaugg

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